Inbound-Marketing in Gefahr: dank KI und Chatbots


KI-Assistenten sind manchmal eigensinnig, wie eine Katze, die einen Stein stibitzt

Aufs Inbound-Marketing kann KI große Auswirkungen haben. KI-Assistenten und -Copiloten sind als Teil der digitalen Welt angenehm für die User und unangenehm für die, die Usern was verkaufen wollen. Hier sind die meiner Meinung nach 2 größten Disruptionen:

Inhalt

1.     KI-Tools ersetzen Suchmaschinen

User haben Fragen ans Universum, der KI-Chatbot antwortet, Thema beendet, alle glücklich.

Bis auf dich. Denn du hast a) massig Content erstellen lassen, der b) suchmaschinenoptimiert sein soll. Doch letztlich ist dein Content jetzt das Schulbuch für die KI.

Die Folge: Dein Webangebot wird – wenn es fade und austauschbar ist – weniger stark frequentiert werden. Werbung in Suchmaschinen könnte an Bedeutung verlieren (oder gewinnen, ich habe keine Glaskugel), wodurch deine Leadgenerierungsmaschine abgewürgt wird.

Lösung 1: Lasse Dir Content erstellen, der menschenoptimiert ist. Das beste Beispiel sind ultralangatmige Serien und Podcasts. Die Leute lieben Storys, sie lieben Storytelling, und sie haben auch massig Zeit dafür. Tipp: KI-generierter Content-Spam wird bereits von den Suchmaschinen abgestraft.

„Kleinwüchsiger wirft nach gefährlicher Reise magischen Ring in Vulkan, Welt gerettet“ ist eine plausible Zusammenfassung eines beliebten fiktionalen Stoffs, aber die Leute wollen die Geschichte selbst fühlen.

Lösung 2: Verschenke deinen Content nicht. Verstecke ihn hinter einer Paywall, die man entweder mit Geld oder mit persönlichen Daten überwinden muss. Stichwort: Whitepaper. Die andere Content-Versteckmöglichkeit sind eigene Apps.

Lösung 3: Gehe zurück zum Papier. Schicke deinen Kunden Whitemails, also gedruckte Mailings, oder ein gedrucktes Kundenmagazin, oder einen gedruckten Katalog. Daran beißt sich die KI die Zähne aus, und der Leser muss selbst lesen.

2.     KI nivelliert den Wettbewerb

Du bietest Konsumgüter an, beispielsweise elektrische Brotröster. Das ist eine vielverkaufte Geräteklasse.

Jetzt stelle dir eine Personal-Shopping-KI vor, die von Verbraucherschützern mit Daten befüllt wird und von der Nummer 1 der Shop-Plattformen gesponsert wird.

Konsumenten können die KI fragen: „Hier ist ein Foto meiner Küche. Suche mir einen Toaster raus, dessen Design in meine Küche passt, der von anderen Leuten bestens bewertet wird und der weniger als 50 Euro kostet.“

Und Bäm: Die KI präsentiert ein Produkt, und es nicht deines. So ähnlich funktioniert das ultrasmarte Smartphone Rabbit[1].

Lösung 1: Investiere in deine Marke. Wenn das empfohlene Produkt von der unbekannten Firma Ttttoooostaaa ist, und der Konsument wenig Vertrauen in diese Marke hat, kauft er vielleicht dein Produkt. Stichwort: Markenführung.

Lösung 2: Investiere in deine Markenreputation.

Stefan Golling Konzepte, Köln

Stefan Golling, Köln. Seit 2011 Freelance Creative Director, freier Texter, Creative Consultant und Online-Marketing-Berater mit Kunden von Mittelstand bis S&P 500. Erfahrung: 1998 mit Radiowerbung in Stuttgart gestartet, 2000 als Junior-Werbetexter zu Publicis München, 2001 Counterpart Köln, 2002 als Copywriter zu Red Cell Düsseldorf (heißt heute Scholz & Friends), dort ab 2007 Creative Director.

Fazit

Neue Technologien sind immer eine Chance, auch im Inbound Marketing. Nutze sie weise und versuche, deine Marketingziele mit ihnen oder trotz ihnen zu erreichen. Interesse an Austausch über KI im Marketing?

Inbound Marketing aus Köln anfragen


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[1] https://www.golem.de/news/statt-smartphone-ki-geraet-rabbit-r1-soll-apps-selbst-benutzen-koennen-2401-181062.html

Was ist Inbound Marketing?

Inbound Marketing bezeichnet Kommunikationsmaßnahmen, die ein Informationsbedürfnis möglicher Kunden befriedigen. Das Ziel ist das Einsammeln von Kontaktdaten von Interessenten, auch Leadgenerierung genannt. Im Nachgang versuchen dann die Abteilungen Marketing und Vertrieb, aus diesen Interessenten Käufer zu machen; das geht entweder sehr schnell oder kann sich Jahre hinziehen.

Der Klassiker des Inbound-Marketing sind Blog-Artikel, für die zuerst das Suchverhalten der Zielgruppen analysiert wurde und anschließend ein suchmaschinenoptimierter und vor allem inhaltlich starker Blogartikel getextet wurde.

Um die Kontaktdaten zu erfassen – und um die Leistung der Inbound-Marketing-Maßnahmen zu messen – werden getrackte Kontaktformulare und Telefonnummern eingesetzt. Leads über Kontaktformulare generieren geht beispielsweise mit Google Ads und LinkedIn nativ. Um die Leads automatisch ins CRM zu “beamen” geht beispielsweise für den Weg “Google Ads Leadformular -> HubSpot” das Anlegen eines “Zaps” mit Zapier.

Weil mögliche Kunden ungern ihre Adresse herausrücken, kann es helfen, den Zugang zu den echt wichtigen Infos an die Herausgabe der Kontaktdaten zu knüpfen. Beispiele für soche Infos sind Premium-Content wie Studien, Whitepaper und Webinare. Die Basic-Variante ist Newsletter-Marketing; dieses Marketing-Instrument ist aufwändig, da laufend spannende Inhalte generiert werden müssen. Das zwingt einen im positiven Sinn aber dazu, frischen Content zu erstellen – und den kann man für die Website und Social Media gut brauchen.

Damit Inbound-Marketing in die Marketing- und Vertriebsmaschinerie des Unternehmens optimal integriert wird, ist der Einsatz von Customer-Relationship-Management-Software (CRM) üblich. Hier sind HubSpot und Salesforce weit verbreitet.

Da auf Suchmaschinenoptimierung kein Verlass ist, wird im Inbound-Marketing auch bezahlte Werbung eingesetzt. Neben Anzeigen bei Google – die Performance-Max-Kampagnen sind hier für die Leadgenerierung besonders interessant – und Microsoft Advertising ist im Bereich B2B LinkedIn sehr wichtig und je nach Branche und Produkt sind zudem Video-Inhalte auf YouTube und TikTok relevant. Es gibt Leute, die nutzen diese Videoplattformen als primäre Suchmaschine.

Im Gegensatz zu klassischer Werbung – Outbound-Marketing – kommuniziert man im Inbound Marketing übrigens meist nicht per Massenmedien seine Marken, Waren und Dienstleistungen. Die Grenzen sind aber fließend: Ein TV- oder YouTube-Spot mit klarem Targeting und einem eindeutigen Call-to-action “Mehr Infos auf unserer Website” kann durchaus der Leadgenerierung dienen, ebenso eine Display-Anzeige auf der Website einer Fachzeitschrift mit der Botschaft “Lade das Whitepaper herunter”.

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