Agiles Arbeiten, 3 x sprichwörtlich genommen


Agiles Arbeiten ist im Grunde total simpel. Aber fast alles, was es zum Thema Agile, Lean Startup, Lean UX, Scrum, MVP oder sonstwas gibt, ist im Original auf Englisch, und beim Übersetzen geht immer was flöten. Dabei sind die Grundprinzipen ganz einfach. Wenn man sie in bekannte Redensarten übersetzt.

Inhalt

1. Agiles Arbeiten: Übung macht den Meister

Ein Kern von agilem Arbeiten ist, dass man das Produkt ständig verbessert (Kaizen im Toyota-Sprech). Kennt man auch auf Deutsch. Übung macht den Meister.

Im Buch „Lean UX“ ist ein schönes Beispiel eines Tests an einer Universität:

2 Gruppen sollten sich selbst das Töpfern beibringen.

Die Teilnehmer der ersten Gruppe sollten am Ende des Projekts je 1 perfekten Pott abliefern, der bewertet wird.

Die Teilnehmer der zweiten Gruppe wurden nach Gewicht der Vasen benotet.

Klingt gaga. Aber welche der beiden Gruppen hatte am Ende die schöneren Vasen?

Die, die viel produziert haben.

Weil sie mit Trial & Error a) viel und b) irgendwann Schönes produziert haben. Iterationen statt Meisterstück.

Und die One-Shot-Gruppe? Nicht gut. Der fehlte die Übung.

Oder wie der Schwabe sagt: “G’schäft kommt vo schaffe”, im Sinne von: “Viel Arbeiten ist der Schlüssel zum Erfolg.”

In der Welt des Marketing, speziell des Online-Marketing, gelingt das über das a) Aufstellen von Annahmen, b) die Produktion zahlreicher Werbemittel und c) das Testen der Kommunikationsmaßnahmen, was uns zum Sprüchlein Nummer 2 bringt.

2. Hinterher ist man immer klüger.

Nach dem Launch (z.B. Produkt, Kampagne …) ist vor dem Erfolg. Oder Misserfolg. Egal wie schlau man’s vorher angeht: Hinterher ist man immer klüger. Das ist ein Risiko.

Im agilen Arbeiten lernt man, dieses Risiko als Chance zu sehen. Denn das Risiko kann man minimieren, indem man nicht das große Kommunikationspaket auf die Menschheit loslässt, sondern risikoarm kleine Häppchen serviert, daraus lernt und das Produkt / die Kampagne / die User Experience besser macht.

3. Mer muss halt schwätze mit de Leut.

Mit den Konsumenten reden, den Außendienst oder Inbound-Call-Center-Mitarbeiter mit ins Boot holen, einen Teil der eigenen Kunden zu Beta-Testern machen – das alles hilft. Weil man “mit de Leut schwätzt”, also Feedback und unterschiedliche Ansichten, einholt, bekommt man ein besseres Gefühl fürs Produkt. Hilfreich ist es, wenn man gut funktionierendes CRM hat.

Tipp: Marktforschung unter den eigenen Kunden betreiben liefert spannende Erkenntnisse. Fragen Sie mich nach einem Erfahrungsbericht.

Agiles Arbeiten: Fazit

Mehr aufs Bauchgefühl hören – und sich nicht jeden Wein in neuen Schläuchen als neuen Wein verkaufen lassen. Und wenn Sie ein wenig weiterlesen möchten, empfehle ich Ihnen den Artikel zum agilen Projektmanagement.

Stefan Golling Konzepte, Köln

Stefan Golling, Köln. Seit 2011 Freelance Creative Director, freier Texter, Creative Consultant und Online-Marketing-Berater mit Kunden von Mittelstand bis S&P 500. Erfahrung: 1998 mit Radiowerbung in Stuttgart gestartet, 2000 als Junior-Werbetexter zu Publicis München, 2001 Counterpart Köln, 2002 als Copywriter zu Red Cell Düsseldorf (heißt heute Scholz & Friends), dort ab 2007 Creative Director.


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