Google Ads textet selbst. Das Ergebnis tut ein bisschen weh.

Google Ads textet selbst. Das Ergebnis tut ein bisschen weh.

Ich benutze Google Ads, um Werbung zu schalten. Warum? Platz 1 in den SERPs ist für Google Ads reserviert. Platz 2 oft auch. Und Platz 3 … und viele Leute klicken einfach auf den erstbesten Link. Und das ist eben die Google Ad. Gut. Problem: Google Ads sehen nicht immer so aus, wie man sie sich ausgedacht hat. Der Grund: „Dynamische Erweiterungen mit Zusatzinformationen,“ Dynamische Snippet-Erweiterungen und Dynamische Sitelinks.

Jeder, der Google Ads schaltet, ob für sein Unternehmen oder als Google Ads Agentur, sollte nicht in die Falle mit den Dynamischen Erweiterungen laufen, sondern stattdessen für die Google-Ads-Kampagne EIGENE Erweiterungen einpflegen. Wer zu faul ist, denn bestraft der Google-Texter-Bot!

Für „Dynamische Sitelinks“ braucht die Seite genügend interessante Unterseiten. Wer also Google Ads nutzen will, sollte beim Aufbau der Seite – im Idealfall – keinen One-Pager planen.

Google Ads ist ein ängstlicher Werbetexter

Ich habe in meinem Google-Ads-Konto diese sehr alte, sehr minimalistische Anzeige drin:

Google Ads Anzeige, minmalistisch

Ich bin kein Freund von zu viel Text, wenn es nicht sein muss oder soll.

Problem: Google Ads findet das nicht so spannend. Gar nicht. Eine gute Google Ad ist diejenige, die den Bildschirm ausfüllt. Deswegen wird Google kreativ. Wenn KEINE eigenen Erweiterungen in der Kampagne angelegt sind, denkt sich Google selbst Werbetexte aus. Nämlich die „Dynamischen Erweiterungen.“ Für diese Anzeige / Kampagne, ein Relikt aus der Google-Ads-Steinzeit, habe ich keine Erweiterungen angelegt.

Wenn man dann bei Google einen meinen Suchbegriffe eingibt, erscheint folgende Anzeige (bzw. erschien, ich hab’s manuell upgedatet).

Google Ads Anzeige mit Dynamischer Erweiterung

Und, fällt was auf?

Der gelb markierte Text ist nicht von mir. Den hat Google Ads dynamisch erzeugt. Weil die Ursprungs-Google-Ad sehr, sehr kurz ist, ist der automatisch generierte Extra-Text sehr, sehr lang.

Und der Inhalt?

Wie wurde der Google-Ads-„Copywriter“-Algorithmus trainiert?

Ans Werk: Versetzen wir uns mal in die Leute hinein, die die Ads-Text-Ergänzungs-KI trainiert haben und zerpflücken wir per Schmalspur-Reverse-Engineering den Mechanismus hinter „Dynamischen Erweiterungen.“

  • Telefonische Auskunft: Ich habe auf meiner Website einen prominente Call-to-action mit Telefonnummer (und eine Seitenerweiterung mit Telefonnummer). Google Ads übersetzt das in: „Telefonische Auskunft.“ JA HALLO, BIN ICH DAS FROLLEIN VOM AMT?
  • Kreativkonzept: Das Wort „Kreativkonzept“ taucht auf meiner Website genau 1x mal auf – aber nur im Fließtext, nicht in einer Headline. Sieh an. Gut extrahiert und top bewertet, passt perfekt. Hut ab.
  • Interessensbereiche: Das ist plemplem. Ich verkaufe ja keine Interessen, und ich bekunde per Google Ad nicht mein Interesse für Business-Themen, NEIN, ich habe ein ANGEBOT.
  • Werbeagentur, Digitalagentur, Contentagentur, Etabliertes Unternehmen, Start-up: Das ist 1:1 ein Satz von der Landingpage, weit unten, vor dem CTA. Sehr schlau extrahiert! In meinem Text ist vor „Start-up“ ein „oder“, dieses wurde durch ein Komma ersetzt. Schau an, Text kürzen kann der Google Ads Text-Bot also.

Fazit 1: Google Ads geht auf Nummer sicher

Google Ads denkt sich für die Erweiterungen keine Inhalte aus. Stattdessen setzt der Algorithmus, wie ein ängstlicher, hyperkorrekter oder fauler Mensch auch, auf Copy & Paste. Das passt einigermaßen gut, ist in Details aber sinnenentstellend.

Fazit 2: Google Ads regelmäßig reviewen

Google Ads sind Selbstläufer. Hach, ist das bequem. Die Bequemlichkeit kann aber Leads kosten. Also: Erweiterungen pflegen. Drüberschauen. Anpassen. Die Auslieferung kann man meinetwegen auf assistierten Autopilot stellen. Die Inhalte der Ads jedoch niemals. Niemals!

Fazit 3: Responsive Ads bei Google nutzen

Responsive Ads bei Google anzulegen erfordert viel Gehirnschmalz. Aber es lohnt sich. Denn durch die Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten ergeben sich viele Chancen, potenzielle Kunden zu ködern – denn manche Kombinationen funktionieren „da draußen“ vielleicht besser als das, was man sich selbst vorstellen kann. Was man jedoch NIEMALS machen darf: Die Responsive Ads auf Autopilot stellen. Da kommt ein Quark raus, der die Reputation der eigenen Marke nachhaltig schädigen kann.

Ich habe neulich für einen Kunden eine Responsive Ad angelegt. Das ist echt Arbeit, schließlich muss man ein Set aus 10+ Headlines schreiben, die untereinander in beliebiger Reihenfolge kombinierbar sein müssen. Da gehen schon ein paar Stunden Arbeit drauf.

To do

Und Sie? Sie haben zu wenig Geld, um es mit schlechten Google Ads zu verballern, aber ein paar hundert Euro (oder mehr) übrig, um Google-Ads-Kampagnen auf Vordermann zu bringen? Fragen Sie mich: sg@stefangolling.de

Wer mehr über maschinelles Lernen lernen will, ist übrigens beim Machine-Learning-Blog der Kölner KI-Beratung datasolut (datasolut.com/blog/) gut aufgehoben.